Die soziotechnische Systemtheorie besagt, dass soziale und technische Systeme in Organisationen untrennbar miteinander verbunden sind. Sie müssen daher immer gemeinsam betrachtet und optimiert werden.

Kernideen:

  1. Wechselwirkung:
    Änderungen im technischen System (z. B. neue Technologien, Prozesse) beeinflussen das soziale System (z. B. Teams, Kommunikation, Hierarchien) – und umgekehrt.
    Beispiel: Eine neue Software (technisch) verändert Arbeitsabläufe (sozial) und erfordert ggf. Schulungen oder Anpassungen der Teamstruktur.

  2. Ganzheitlicher Ansatz:
    Erfolgreiche Organisationsentwicklung (OE) erfordert, beide Systeme gleichzeitig zu gestalten – nicht isoliert.
    Fehlerbeispiel: Eine effiziente Maschine (technisch) nützt wenig, wenn die Mitarbeiter:innen sie nicht akzeptieren oder bedienen können (sozial).

  3. Europäischer OE-Ansatz:
    Die Theorie betont, dass technische Lösungen immer soziale Folgen haben – und umgekehrt. Sie ist besonders in Europa prägend für OE, wo Mensch und Technik als Einheit verstanden werden.