Die Theory U (Scharmer, 2007) ist ein transformativer Ansatz, der Change als tiefgreifenden, innerlichen Prozess versteht. Das Modell basiert auf fünf sequenziellen Bewegungen, die auf „Presencing“ (Verschmelzung von Presence und Sensing) aufbauen:

  • Co-Initiating Gemeinsame Absicht bilden, indem man anderen und dem zuhört, was das Leben einen tun lässt.
  • Co-Sensing An Orte des größten Potenzials gehen und mit offenem Geist und Herz beobachten.
  • Presencing Verbindung zur Quelle der Inspiration und des Willens herstellen, indem man an den Ort der Stille geht und das innere Wissen entstehen lässt.
  • Co-Creating Prototypen des Neuen erstellen, um die Zukunft durch Handeln zu erkunden.
  • Co-Evolving Das Neue in Ökosystemen verkörpern, die das Sehen und Handeln aus dem Ganzen ermöglichen.

Quelle

Scharmer, C. O. (2007). Theory U: Leading from the future as it emerges: The social technology of presencing. Society for Organizational Learning.

Kritik

Die Theory U wird als zu abstrakt und spirituell kritisiert, was die praktische Anwendung erschwert (Stouten et al., 2018). Zudem suggeriert das Modell eine klare, lineare Abfolge der fünf Bewegungen, während Change-Prozesse in der Praxis oft nicht-linear und komplex sind (Appelbaum et al., 2012). Auch fehlt eine empirische Validierung, da viele Aspekte der Theory U auf subjektiven Erfahrungen basieren und weniger auf wissenschaftlich überprüfbaren Methoden (Stouten et al., 2018).

Quellen

Appelbaum, S. H., Habashy, S., Malo, S.-L., Shafiq, H., (2012). Back to the future: revisiting Kotter’s 1996 change model, Journal of Management Development, Vol. 31 Iss: 8 pp. 764 - 782 http://dx.doi.org/10.1108/02621711211253231

Stouten, J., Rousseau, D. M., & De Cremer, D. (2018). Successful organizational change: Integrating the management practice and scholarly literatures. Academy of Management Annals, 12(2), 752–788. https://doi.org/10.5465/annals.2016.0095