Klassische Modelle des CM

ModellPhasen/SchritteQuelle
3-Phasen Modell1. Auftauen (Unfreezing: Motivation für Wandel schaffen)
2. Wandel (Change: Implementierung)
3. Einfrieren (Refreezing: Stabilisierung)
Lewin, 1947
8-Stufen Modell1. Dringlichkeit erzeugen
2. Führungskoalition aufbauen
3. Vision & Strategie entwickeln
4. Vision kommunizieren
5. Mitarbeiter befähigen
6. Schnelle Erfolge erzielen
7. Erfolge konsolidieren
8. Kultur verankern
Kotter, 1996/2011
ADKAR-ModellAwareness (Bewusstsein), 
Desire (Wunsch)
Knowledge (Wissen) 
Ability (Fähigkeit)
Reinforcement (Verankerung)
Hiatt, 2006
Bridges’ Transition Model1. Ending (Verlust der alten Realität akzeptieren)
2. Neutral Zone (Übergangsphase)
3. New Beginning (neue Realität etablieren)
Bridges, 2018
McKinsey 7-S-Modell7 Elemente (Strategy, Structure, Systems, Shared Values, Skills, Style, Staff) müssen aufeinander abgestimmt seinPeters & Waterman, 1982
Theorie U5 Bewegungen: Co-Initiating (Gemeinsame Absicht), Co-Sensing (Beobachten), Presencing (Verbindung zur Inspiration), Co-Creating (Prototyping), Co-Evolving (Einbettung in Ökosysteme)Scharmer, 2007
  • Kritik an klassischen Modellen:
    • 3-Phasen Modell Zu statisch („Einfrieren“ passt nicht zu dynamischen Umfeldern).
    • 8-Stufen Modell Zu top-down, vernachlässigt Bottom-up-Prozesse.
    • ADKAR-Modell Zu individuell, vernachlässigt strukturelle Faktoren.
  • Moderne Ansätze:
    • Agiles Projektmanagement (Scrum, Lean) für flexible Anpassung.
    • Dialogische OE (Bushe & Marshak, 2009): Fokus auf Lösungsorientierung statt Problemanalyse.
    • Theorie U Presencing als Methode für tiefgreifende, systemische Veränderungen.

In der Praxis

Erfolgsfaktoren:

  • Dringlichkeit schaffen (75% der Mitarbeiter müssen Change für notwendig halten) (Kotter, 1996).
  • Führungskoalition mit Vertrauen, Expertise und Einfluss aufbauen.
  • Vision klar & emotional kommunizieren (in ≤5 Minuten erklärbar).
  • Mitarbeiter einbinden (Partizipation reduziert Widerstand um bis zu 80%)
  • Kurzfristige Erfolge sichtbar machen (Motivation halten).
  • Kultur verankern (z. B. durch Anpassung von Belohnungssystemen).

Häufige Fehler (Kotter, 1996):

  1. Kein ausreichendes Dringlichkeitsgefühl.
  2. Schwache Führungskoalition (zu wenige einflussreiche Unterstützer).
  3. Fehlende Vision (unklare oder zu komplexe Ziele).
  4. Unterkommunikation (Vision wird zu wenig oder inkonsistent vermittelt).
  5. Hindernisse nicht beseitigen (z. B. strukturelle Barrieren).
  6. Keine kurzfristigen Erfolge (Motivation geht verloren).
  7. Zu frühe Erfolgsdeklaration (Change ist ein langfristiger Prozess).
  8. Keine Verankerung in der Kultur.

Weiterführendes

Transformationsmanagement
Organisationsentwicklung (OE)

Weiterführende Literatur

Nerdinger, F. W., Blickle, G., & Schaper, N. (2019). Arbeits- und Organisationspsychologie. In Springer-Lehrbuch. Springer Berlin Heidelberg. https://doi.org/10.1007/978-3-662-56666-4