Phase 1: Auftauen („Unfreezing“)
Ziel: Die Organisation für den Wandel vorbereiten – „Warum müssen wir uns ändern?“
Was passiert?
- Bestehende Denkweisen, Gewohnheiten und Strukturen werden hinterfragt.
- Motivation für Veränderung wird geschaffen, z. B. durch:
- Aufzeigen von Problemen (z. B. sinkende Umsätze, veraltete Prozesse).
- Krisen oder Chancen kommunizieren (z. B. neue Technologien, Marktveränderungen).
- Ängste abbauen (z. B. durch Transparenz: „Was bedeutet das für euch?“).
Phase 2: Verändern („Moving/Changing“)
Ziel: Die eigentliche Veränderung umsetzen – „Wie machen wir es anders?“
Was passiert?
- Neue Prozesse, Strukturen oder Verhaltensweisen werden eingeführt.
- Schulungen, Workshops, Pilotprojekte helfen, die Veränderungen zu verstehen und umzusetzen.
- Feedback einholen und Anpassungen vornehmen.
Phase 3: Einfrieren („Refreezing“)
Ziel: Die Veränderung stabilisieren – „Wie machen wir das zur neuen Normalität?“
Was passiert?
- Die neuen Prozesse, Verhaltensweisen oder Strukturen werden verfestigt.
- Sie werden in die Unternehmenskultur, Richtlinien oder Systeme integriert.
- Erfolge werden sichtbar gemacht (z. B. durch Belohnungen, Anerkennung).
Quelle
Lewin, K. (1947). Frontiers in group dynamics: Concept, method and reality in social science; social equilibria and social change. Human Relations, 1(1), 5–41. https://doi.org/10.1177/001872674700100103
Kritik am Modell
- Zu statisch: In der heutigen schnelllebigen Welt (z. B. Digitalisierung) sind Veränderungen oft kontinuierlich – es gibt kein klares „Ende“.
- Einfrieren passt nicht immer: In dynamischen Umfeldern (z. B. Start-ups, digitale Märkte) müssen Organisationen flexibel bleiben und sich ständig weiterentwickeln.
- Vernachlässigt Widerstand: Lewin geht nicht detailliert auf Widerstandsmanagementein (später von anderen Autoren wie Burnes oder Kotter ergänzt).
Quelle
Stouten, J., Rousseau, D. M., & De Cremer, D. (2018). Successful organizational change: Integrating the management practice and scholarly literatures. Academy of Management Annals, 12(2), 752–788. https://doi.org/10.5465/annals.2016.0095