Organisationale Geschichtenerzählen ist eine Methode der dialogischen Organisationsentwicklung (OE), bei der Geschichten und Erzählungen genutzt werden, um:
- Organisationale Realitäten zu erkunden und zu gestalten.
- Vielfältige Perspektiven der Mitarbeiter sichtbar zu machen.
- Kulturelle Muster, Werte und Normen einer Organisation zu verstehen und weiterzuentwickeln.
Kernideen
- Organisation als „sinnstiftende Einheit“: Geschichten spiegeln die kulturellen und sozialen Strukturen einer Organisation wider.
- Konstruktivistische Philosophie: Realität wird als sozial konstruiert verstanden – Geschichten sind ein Mittel, um diese kollektiven Konstruktionen zu erforschen.
- Zweck:
- Veränderungsprozesse begleiten, indem Geschichten neue Bedeutungen und Visionen schaffen.
- Widerstände und Chancen identifizieren, die in klassischen Analysen oft unsichtbar bleiben.
Verbindung zur dialogischen OE
- Dialogische Natur der Organisation: Durch Geschichten werden verschiedene Diskurse (z. B. von Mitarbeitern, Führungskräften) sichtbar, die die Vielfalt der Organisation abbilden.
- Anwendung: Wird oft in Kombination mit anderen Methoden der Dialogische OE (z. B. wertschätzende Befragung) eingesetzt, um Change-Prozesse partizipativ zu gestalten.
Quelle
Bushe, G. R., & Marshak, R. J. (2009). Revisioning Organization Development: Diagnostic and Dialogic Premises and Patterns of Practice. The Journal of Applied Behavioral Science, 45(3), 348–368. https://doi.org/10.1177/0021886309335070