Scrum ist ein Rahmenwerk für agiles Projektmanagement, das Projekte in iterativen Schleifen, sogenannten Sprints, bearbeitet. Es setzt auf Selbstorganisation, kontinuierliches Feedback und funktionierende Ergebnisse statt auf starre Planung.

Ursprung von Scrum

Der Begriff stammt ursprünglich aus dem Rugby-Sport und bezeichnet eine eng gestaffelte Formation von Spielern, die sich gemeinsam als Einheit vorwärtsbewegen. Wissenschaftlich wurde dieser „Rugby-Ansatz“ 1986 von Takeuchi und Nonaka in der Harvard Business Review popularisiert. Sie beobachteten bei erfolgreichen japanischen Unternehmen (wie Toyota oder Canon), dass überlappende Phasen und multidisziplinäre Teams die Innovationsgeschwindigkeit drastisch erhöhten. In der Softwareentwicklung etablierte sich Scrum später als Gegenbewegung zu bürokratischen Wasserfallmodell.

Zentrale Elemente

  • Rollen:
    • Product Owner: Verantwortet den Produkterfolg und priorisiert die Anforderungen (Backlog).
    • Scrum Master: Verantwortet den Gruppenprozess, beseitigt Hindernisse und agiert als „Servant Leader“. Er schützt das Team vor äußeren Störungen.
    • Team: Ein interdisziplinäres Team (ideal 7 +/- 2 Personen), das sich selbst organisiert.
  • Ereignisse (Events):
    • Daily Scrum: Ein täglicher, 15-minütiger Austausch zur Synchronisation.
    • Sprint Review: Präsentation der Ergebnisse vor dem Kunden am Ende eines Sprints.
    • Sprint Retrospektive: Reflexion der Zusammenarbeit zur kontinuierlichen Verbesserung.
  • Werte: Mut, Fokus, Commitment, Respekt und Offenheit.

Quellen

Wissenschaftliches Paper: Takeuchi, H., & Nonaka, I. (1986). The new new product development game. Harvard Business Review64(1), 137–146.

Projektmanagement-Reader: Saacke, K. (2020). Projektmanagement kompakt: Reader. Zentrum für Karriereplanung (ZfK), HAW Hamburg.