Die diagnostische OE (klassische OE nach Lewin) ist problemorientiert und basiert auf einer positivistischen Philosophie.
Grundannahme:
Realität ist objektiv erfassbar – Probleme lassen sich durch Analyse und Diagnose identifizieren und lösen.
- Orientierung: Problemfokussiert – Analyse des aktuellen Zustands (Ist-Zustand).
- Denkweise: Konvergent und reflexiv – Informationen werden zusammengeführt und reflektiert.
- Fokus: Vergangenes/Gegenwärtiges – Diagnose des Bestehenden.
- Ansatz: Konkret und erfahrbar – klare, messbare Probleme.
- Philosophie: Positivistisch – Realität wird als objektiv und messbar betrachtet.
- Lösungsansatz: Eindeutig – ein klar definiertes Problem wird gelöst.
Merkmale:
- Expertenorientiert: Berater:innen sammeln Daten (z. B. Umfragen, Interviews) und diagnostizieren Probleme.
- Lineares Vorgehen: Klare Phasen (Datenerhebung → Analyse → Maßnahmenplanung → Umsetzung).
- Fokus auf Defizite: Probleme werden direkt bearbeitet (z. B. „Was funktioniert nicht?“).
- Rolle der Betroffenen: Mitarbeiter:innen liefern Daten, sind aber nicht gleichberechtigt an der Diagnose beteiligt.
- Ziel: Problembehebung durch strukturierte Interventionen.
Quelle
Lewin, K. (1947). Frontiers in group dynamics: Concept, method and reality in social science; Social equilibria and social change. Human Relations, 1(1), 5–41. https://doi.org/10.1177/001872674700100102
Bushe, G. R., & Marshak, R. J. (2009). Revisioning organization development: Diagnostic and dialogic premises and patterns of practice. Journal of Applied Behavioral Science, 45(3), 348–368. https://doi.org/10.1177/0021886309335070
Bushe, G. R. (2011). Appreciative inquiry: Theory and critique. In D. Boje, B. Burnes, & J. Hassard (Eds.), The routledge companion to organizational change (pp. 87–104). London: Routledge.